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Am nächsten Tag wache ich recht spät auf und muss feststellen, dass ich mich arg beeilen muss, denn wir fahren in einer halben Stunde zurück nach Hamburg in die Studiowohnung.
Ich rappel mich schnell auf und dusche mich. Ich schließe die Augen und spüre wie das Wasser mich nur so erdrückt und auf mich runterprasselt. Wieso hab ich das beklemmende Gefühl, dass mich einfach jede Sache so schnell erdrücken kann und mich so klein macht, dass ich wacklig auf meinen Knien bin?!
Ich stelle das Wasser wieder ab und mit tropfendem Körper steige ich aus der Dusche.
Ich schminke mich nicht extra, denn wir fahren ja sozusagen zurück nach ´Hause´.

Ich trockne meinen Körper und ziehe mir frische Klamotten an und packe schnell meinen Koffer zusammen. Ich hab schon 10 Minuten länger gebraucht.
Es klopft an der Tür, ich öffne diese und Tom steht vor mir.
Die Zeit steht still. Er sieht mich an und scheint alles in meinem Inneren zu erhellen und somit meine Gefühle sehen zu können.
Nur leider funktioniert mein Blick nicht auf dieselbe Art bei ihm... Er verschließt sich irgendwie und ich weiß einfach nicht warum.

"Ähm... wir wollen los, Bill."
"Was ist mit dir los, Tom?"
"Was soll los sein?", entgegnet er mir etwas aggressiv.
"Tom..."
"Was?!"

Er klingt sehr wütend. Anscheinend ist er wütend auf MICH. Aber wieso denn nur? Weil mich der ganze Ruhm langsam zerfrisst?

"Sorry, ich wollte nich...", sagt er plötzlich und kommt ein bisschen näher auf mich zu und erwartet irgendwas von mir.
Ich weiß nicht, warum aber ich habe das Gefühl, ich muss ihn einfach nur umarmen. Also mache ich dies und Tom versteift etwas.
Was ist denn nur mit ihm los? Gestern war er nicht so, da hat er mir Geborgenheit geschenkt.
Ich fahre mit meiner Hand langsam über seinen Rücken, und er entspannt sich etwas.
Dann seufzt er auf und löst sich von mir.

"Danke", haucht er mit leiser Stimme und ich kriege ganz plötzlich eine Gänsehaut.
Tom verschwindet wieder und ich wünschte mir, er würde noch länger bleiben.
Ich zucke mit den Schultern und schon ist Zaki da und holt meine Koffer ab.

...

Wir sitzen im Van und ich starre aus dem Fenster. Endlich ein paar Tage freie Zeit in Hamburg. Keine Arbeit, keine Termine und am Besten: Keine Fans.
Ich weiß nicht warum, aber sie nerven mich tierisch. Sagen mir andauernd wie sehr sie mich lieben, obwohl sie nicht einmal wissen, was Liebe ist, was Liebe bedeutet. Nein, davon haben sie ja keine Ahnung.

Plötzlich spüre ich Wärme und leichte Last auf meiner Hand - Tom hat seine auf meine gelegt und sieht aus dem Fenster an seiner Seite.
Ich spreize die Finger und er bohrt seine in die Zwischenräume, sodass sich die Hände verhaken.
Und schon wieder diese Gänsehaut. Ich weiß nicht, was sie bedeutet, aber das Gefühl ist sehr angenehm...

...

Die Fahrt ist vorbei und wir sind da.
Wir tragen die Sachen hoch und lassen uns alle erstmal aufs Sofa oder auf die Sessel fallen und atmen tief durch.

"Wer speilt mit mir Playstation?", hakt Georg nach.
"Ich, aber nur wenn wir Autorennen zocken!", antwortet Gustav und schon sind beide am Tv am Gange.

Ich stehe auf und gehe in mein Zimmer.
Setze mich aufs Bett und fühl mich immer noch leer.
Dann steht Tom im Türrahmen und ich lächle ihn sanft an - er lächelt zurück und mir wird warm ums Herz.
Danach setzt er sich zu mich und streichelt über meinen Oberschenkel.

"Mach dir nicht so viele Gedanken, okay?!", sagt er.

Ich schmiege mich an meinen Zwilling und spüre seinen schnellen Herzschlag. Wieso hat er denn bitte jetzt Herzklopfen?
Er legt zaghaft die Arme um mich und drückt mich näher zu sich.

"Jaa...", hauche ich bevor ich die Augen schließe.
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