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Tausende von Blitze durchzucken meinen Körper, mein Herz bleibt einen Moment still, mein Atem ist unaufhaltsam, ich schnappe nach Luft, kneife die Augen fest zusammen, verkrampfe und dann... entspann ich mich, sacke in mir zusammen, suche Halt mit meinen Händen im Bettlaken, stöhne ein letztes Mal gedehnt. Lasse mich in mein Kissen zurückfallen und versuche krampfhaft meinen Herzschlag zu beruhigen.

Tom kriecht unter der Bettdecke hervor und sieht mich verschleiert an und grinst.
Er legt sich dicht neben mich und streichelt mit einem Finger über meine Brust.
Mein Atem ist immer noch aufgescheucht und ich schnappe nach Luft.
Dieses Gefühl, was mir Tom gerade bereitet hat, war unglaublich und unbeschreiblich.
Ehrlich gesagt hat es mir gefallen. Und das ist das Schlimme. Es hat mir gefallen, als mir mein Bruder einen geblasen hat.


Ich schaue Tom an und er lächelt auf eine Weise, die seine Gesichtszüge entspannen lassen und so einen Blick habe ich noch nie bei ihm gesehen.
Aber dieser Blick fasziniert mich toal. Der Blick ist so schön, seine Augen glänzen und mir wird ganz warm ums Herz.
Tom schmiegt sich an mich und streichelt weiterhin meine Brust und vom einer Sekunde auf die andere spüre ich seine Lippen ganz hauchzart auf meinen.
Er küsst mich so intensiv, aber zugleich so sanft wie eine Feder. Meine Knie sind ganz weich und ich verliere alle Kraft so scheint es mir.
So bin ich noch nie in meinem ganzen Leben geküsst worden.
Ich suche Halt bei Tom und er schließt mich in seine starken Arme.
Diese Momente, die ich mit Tom teile, sind so schön - ich möchte sie nie vergessen, nie bereuen.

Dann löst er sich von mir.
Küsst mich auf die Stirn.
Und sieht mich wieder so bestimmt an.
Ich kann nichts anderes, als lächeln und mich an meinen Bruder kuscheln.

"Danke...", flüster ich.
Tom sieht mich fragend an.
"Danke, dass du mein Bruder bist..."
Ich werde müde und schlafe langsam in den Armen meines Bruders ein.

...

Ich wache auf und fühle mich leicht und unbeschwert.Doch es ist kalt, der Platz neben mir ist leer.
Wo ist Tom?

Ich hüpfe aus meinem Bett und ziehe mich schnell an.
Dann richte ich meine Haare und gehe dann ins Wohnzimmer.
Dort entdecke ich Gustav, Georg und.. Tom.
Er sieht aus, als wäre nichts passiert.
Er lacht mit den anderen über die Talkshow, die im Fernsehen läuft.

"Ach? Auch mal wach? Es ist schon halb neun!", bemerkt Georg.
"Na dann können wir ja gleich was essen", gebe ich zurück.
"Jaja, war klar, dass das von dir kommt!", antwortet Georg darauf.

Tom sieht mich nicht an.
Warum denn nur?
Ich meine, es ist schon komisch, was da zwischen uns passiert ist, aber..
Nein. Es ist absurd. Wir sind Brüder, Zwillinge.
Meine Laune sinkt sofort und ich schlürfe zurück ins Zimmer.

"Und was ist jetzt mit dem Essen?", ruft Georg mir nach.
Aber ich antworte nicht.
Tom ignoriert mich.
Hat er ein schlechtes Gewissen? Bereut er es? Bereut er diese intensiven Momente, die so gefühlvoll waren, dass ich fast verrückt geworden wäre?

Ich schließe mich ein.
Gehe zum Schreibtisch und schreibe weiter.

´Bring mich zurück, bring mich nach Haus´

Ich wünschte, meine Psyche wäre in Ordnung. Ich wünschte, ich hätte nicht so viel Liebe gebraucht.
Ich wünschte, Tom hätte sich nicht dazu aufgeopfert mir diese Liebe zu schenken.
Ich wünschte, dass das alles nicht passiert wäre.
Ich will wieder so sein wie am Anfang unserer Karriere. So stark. So selbstbewusst. Aber das bin ich nicht mehr.
Ich bin viel zerbrechlicher als früher.

´Ich schaffs nicht allein hier raus´

Dann klopft es an der Tür.
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