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Es klopft an meiner Tür. Sicher, es ist Tom. Aber ich mache ihm nicht auf.
Ich bleibe stumm im Bett liegen.

"Bill? Bist du da? Mach doch bitte die Tür auf!"

Ich antworte ihm nicht. Ich mach ihn doch nur mit meiner Psyche kaputt. Das will ich nicht.

"Gustav und Georg fahren jetzt. Willst du nicht ma ´Tschüss´ sagen?"

Ich drehe mich auf die andere Seite und starre starr auf einen Punkt.
Ich will.. allein sein.
Auch, wenn es weh tun sollte, aber ich möchte Tom nicht in irgendeiner Weise verletzen.
Ich höre wie sich seine Schritte entfernen und kann dumpf Stimmen hören.
Meine Augenlider fallen zu und ich versuche zu schlafen, was mir auch gelingt.

...

Es muss schon ziemlich spät sein, denn es ist dunkel draußen.
Seeehr dunkel.
Ich schaue auf den Wecker und in roten Lettern prankt die Uhrzeit 03:34 Uhr mir entgegen.
Ich drehe mich zurück auf den Rücken und bestaune die Decke.
Wunderbar weiß.
Dann schüttel ich die Decke von mir und stehe auf.
Nanu?! Da war doch eben ein Geräusch?
Ich bin ganz still, halte den Atem an und lausche in die Dunkelheit.
Der Fernseher im Wohnzimmer ist an.
Ob Tom jetzt noch wach ist? Oder ob er auf dem Sofa eingeschlafen ist und den Fernseher hat laufen lassen?

Vorsichtig tapse ich zur meiner Tür, entriegel diese und gehe auf Zehenspitzen ins Wohnzimmer.
Tom sitzt auf dem Sofa und sieht tatsächlich noch fern.
Dann knarrt der Boden unter meinen Füßen und er sieht erschrocken hoch - und bemerkt mich.

"Hey...", sagt er leise und schaltet den Fernseher aus.
Shit. Ich kann mich nicht bewegen. Bin irgendwie wie gelähmt.
Tom steht auf und kommt durch die Dunkelheit auf mich zu.
Und bleibt vor mir stehen.
Ich will mich entschuldigen, ihm sagen, dass ich ihm auch etwas zurückgeben will... dass ich an seiner Seite bin und einfach immer für ihn da sein werde.
Aber ich bekomme kein Wort über die Lippen, stattdessen werfe ich mich Tom um den Hals.
Er drückt sich näher an mich und krallt seine Hände in mein Shirt.
Seine Nähe tut mir so gut.
Aber schon krieg ich wieder ein schlechtes Gewissen.
Ich bin Schuld...

*Es tut mir so Leid, Tom, aber...* (Anmerk.: *...* = Zwillingstelepathie)

Ich trete einen Schritt zurück und blicke in seine Augen. Ich weiß genau, dass er mich fragend ansieht.

"Bitte küss mich..."

Ich spüre Toms Hand in meinem Nacken und kurz danach seine Lippen auf meinen.
Sie lassen mich Sehnsucht spüren - Tom´s Sehnsucht. Tom´s Sehnsucht nach mir, nach meinen Lippen, nach meiner Nähe.
Bilde ich mir das alles ein? Oder entspricht es der Wirklichkeit.
Toms Hände wandern zu meinem Po und massieren diesen.
Ich kraule derweil Toms Nacken.
Nach einer endlos langen Zeit lösen wir uns voneinander.
Ich lege meinen Kopf auf Toms Brust und spüre seinen Herzschlag. Er geht schnell. Und meiner auch.

"Was tut dir Leid, Bill?"
"Äh... also weißt du, ich, du.. und..."

Sanft streicht er mir durchs Haar und das beruhigt mich irgendwie total.

"Es tut mir Leid, dass ich so egoistisch bin und dich irgendwie ausnutzte. Mir tut es Leid, dass ich so eine angeknackste Psyche habe und du dich deshalb so um mich kümmern musst. Es tut mir Leid, dass..."

Ich schulchze und Tränen laufen mir übers Gesicht.
Ich schlucke nochmal bevor ich weiter spreche.

"Es tut mir Leid, dass du dich auopfern musst um mir Liebe zu schenken... die weitaus mehr als Bruderliebe ist und und es tut mir Leid, dass ich mich nach deinen Küssen sehne und..."

Ich muss stocken.
Tom legt einen Zeigefinger auf meine Lippen.
Und küsst mich anschließend.
Ich lasse mich fallen und versuche Toms Zärtlichkeit für immer in meinem Herzen einzuschließen.
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