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Und wieder zieht sich bei mir alles zusammen.

Ich liege in meinem dunklen Zimmer.
Allein.
Und weiß genau, dass Tom in seinem liegt und sich die Seele aus dem Leib weint.
Nur, weil ich nicht bei ihm schlafen wollte.

Mir tut es so weh.
Ich möchte doch nicht meinen Bruder verletzen.
Aber... was wäre denn passiert, wenn ich bei ihm sein würde?
Würden wir uns küssen?
Und berühren?
Vielleicht sogar wieder miteinander schlafen?

Stumm verlässt eine Träne nun auch mein Auge.
Eigentlich will ich ja zu ihm.
Will ihn küssen.
Ihn berühren...
... und ich glaube, ich möchte auch noch einmal mit ihm schlafen.

Bei dem Gedanken muss ich mir auf die Lippe beißen.
Das kann ich doch nicht ehrlich gedacht haben oder?

Aber ich habe es gedacht.
Weil ich mich nach ihm sehne...

Es ist alles so irreal.
Ich kann das Starleben nicht mehr aushalten, es kostet mich zu viel Kraft.
Tom liebt mich, wir hatten Sex.
So.. irreal.
Oder?
Oder muss es so sein? Ist es Schicksal?
Dass wir mit der Band aufhören?
Dass ich Tom immer verletze, ihn ausnutze?
Das kann doch nicht sein!!

Ich höre Tom weinen.
Sein Zimmer liegt nebenan.
Es tut so weh, mein Herz krampft.
Ich will bei ihm sein.
Ihn festhalten.

Wenige Minuten später öffne ich leise Toms Tür.
Schließe sie genauso ruhig.
Dann tapse ich auf Zehenspitzen zu Toms Bett.
Er liegt auf dem Bauch und sein Gesicht ist in sein Kissen gedrückt.
Er weint.
Das weiß ich.

Ich setze mich auf seine Bettkante.
Streiche ihm zärtlich über den Rücken.
Er hebt seinen Kopf und sieht mich aus traurigen Augen an.
Ich streiche ihm über seine nasse Wange.
Tom öffnet den Mund um etwas zu sagen, doch ich halte ihn davon ab.

Indem ich meine Lippen auf seine lege.

Sanft berühren sich unsere Lippen.
Tom legt eine Hand in meinen Nacken, zieht mich zu sich aufs Bett.
Ich lege beschützend meine Arme um ihn.
Übe Druck auf seine Lippen aus.
Schlüpfe durch einen Spalt mit meiner Zunge in seinen Mund.

Nach einigen Augenblicken lösen wir uns voneinander.
Sehen uns an.
Und ich drück ihn einfach nur an mich.

"Es tut mir Leid, Tom, wirklich."
Er nickt nur und legt auch seine Arme um mich.
"Ich bleib hier, ja?! Ich bleib bei dir."
Er drückt mich fester.

Ich hauche ihm Küsse auf seinen Haarschopf.

"Tom..."

Mein Zwilling neigt seinen Kopf nach oben, um mich an zu sehen.
Fragend sieht er mich an.
Seine Tränen sind getrocknet.

"...ich hab dich.. also...", ich schlucke.
Schaue in Toms Augen.
Warmes Braun.
"Ich hab dich vermisst."

Tom lächelt schwach.
"Ich dich auch..."

Dann küsst er mich erneut.

Wie konnte ich nur ´Nein´ sagen, als er mich gefragt hat, ob ich bei ihm schlafe?!

Dann löse ich mich wieder von Tom.
Streiche ihm gedankenverloren durch seine Dreads.
Flüstere ein "Danke" und ziehe die Decke über uns.
Kuschel mich an meine bessere Hälfte.

"Tom?"
"Hm?"
"Ich bewundere deinen Mut."

Eine Ewigkeit ist es still.
Tom muss wohl eingeschlafen sein.
Ich lächle.

Ich fühl mich so wohl in seiner Nähe.
Bei niemand anderem fühle ich mich so geborgen.
Tom ist einfach immer für mich da.
Und ich bin auf unser Verhältnis echt stolz.

Also... unser geschwisterliches Verhältnis.

"Danke", flüstert jemand neben mir.
Tom!
Er schläft also doch noch nicht.

Ich dreh mich zu ihm.
Er lächelt, hat jedoch die Augen geschlossen.

Ich beuge mich vor, gebe ihm einen Kuss auf die Stirn.
"Schlaf gut."
"Du auch."

Dann legt er einen Arm um mich.
Und jetzt ist er wirklich eingeschlafen.
Und auch ich schlafe ein.
Mit einem Lächeln auf den Lippen.

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